Moleküle sind die chemischen Bausteine unserer Welt. Die Abscheidung von luftgetragenen Molekülen ist nicht mit der Partikelfiltration zu vergleichen. Moleküle sind nämlich typischerweise 1000 bis 10000mal kleiner als die kleinsten Partikel und überschreiten die Anzahl von Partikeln in der Luft um das Milliardenfache.
Gase können wie folgt eingeteilt werden:
- Geruch oder Gestank (z. B. Küchengerüche, Dünger, Lösemittel)
- Toxine oder Gifte (Blausäure, Isocyanate)
- Säuren (Schwefeldioxid, Chlor)
- Basen (Ammoniak, Amine)
- Oxidationsmittel (Ozon)
- Reizstoffe (Zwiebelgeruch)
Es gibt viele Gase, die für Menschen und die Umwelt gefährlich sind. Eingeatmete Gase verbleiben nicht in der Lunge, sondern können direkt in den Blutstrom gelangen und sich im gesamten Körper verteilen. Sie können ebenfalls durch die Haut in den Körper gelangen.
Molekulare Substanzen können sich auch als sehr schädlich für eine Vielzahl von Fertigungsverfahren erweisen und empfindlichen Artefakten in Museen oder Gemälden in Galerien permanenten Schaden zufügen.
Da Partikelfilter für gasförmige Substanzen nicht wirkungsvoll sind, können Adsorptionsverfahren zur effektiven Minderung eingesetzt werden. Auf die Anwendung abgestimmte Filter mit hochwertigen Aktivkohlen, aktiviertem Aluminiumoxid aber auch mit Ionenaustauschern erreichen hohe Abscheideleistungen für kleine und mittlere Schadgaskonzentrationen.
Anwendungsgebiete für Molekularfilter
Anwendungsgebiete für Molekularfilter gibt es in allen Marktsegmenten, die Camfil Farr beliefert.
Klima und Lüftung - schützt den Menschen
Durch unsere Arbeit und Freizeitaktivitäten verbringen wir immer mehr Zeit in Gebäuden. Über die dadurch notwendig gewordene Ventilation werden die Personen in den Gebäuden einerseits durch die teils hohen Schadgasbelastungen durch die Außenluft aber auch durch Ausgasungen z. B. von Möbeln, Teppichen und Farben aus den Innenräumen belastet.
Es ist seit längerem bekannt, daß Umweltverschmutzung unser Leben beeinträchtigt. Krankheitserscheinungen wie Kopfschmerzen, juckende Augen sowie geringere Arbeitsleistung wurden bereits als „Sick Building Syndrome (SBS)“ bekannt (siehe auch IAQ-Innenluftqualität). Molekularfiltration kann in diesen Situationen erfolgreich in Ventilationsanlagen eingesetzt werden und so die Innenluftqualität deutlich steigern.
Reinluftprozesse - schützen Menschen und Produktion
Einige Fertigungsverfahren sind extrem empfindlich gegenüber gasförmigen Verunreinigungen und können ohne Molekularfiltration häufig nicht effizient und sicher betrieben werden. Hierzu gehören:
- Halbleiterfertigung (Beseitigung niedrigster Konzentrationen diverser Gase)
- Pharmazeutische Industrie (Beseitigung von Oxidationsstoffen – z. B. Ozon)
- Papier- und Zellstoffindustrie (Beseitigung korrosiver Gase).
Molekularfiltration wird auch zum Schutz wertvoller und empfindlicher Ausstellungsstücke in Museen, Galerien und Archiven eingesetzt.
Sicherheit und Umweltschutz - schützt unsere Umwelt
Fertigungsverfahren setzen oft verschiedenste Chemikalien frei, die nicht nur geruchsbelästigend, sondern auch gesundheitsschädigend für Mensch und Umwelt sein können. Viele solcher Verfahren müssen nationalen oder regionalen Vorschriften folgen. Oft schreibt die Betriebsgenehmigung effektive und leistungsfähige Molekularfiltration vor, die nicht nur im Normalbetrieb, sondern auch im Notfall den Austritt von Schadstoffen in die Umwelt verhindert.
Beispiele:
- Polyurethan-Schaumherstellung (Beseitigung von Isocyanaten)
- Pflanzenschutzmittelherstellung (Beseitigung vieler Giftstoffe)
- Abfallverwertung (Geruchsbeseitigung)
- Nuklearindustrie (Beseitigung von radioaktiven Gasen)


